Blogoptimierung nach dem Google Panda – Theorie und Praxis [Experiment]

Wie im Beitrag Lost in Panda beschrieben, hat das Rollout des Google Pandas mein Blog stark gebeutelt. Die Einbrüche der Visibility sind immens und haben in der Folge einen starken Besuchereinbruch bewirkt. Eigentlich wollte ich daraufhin eine Trennung der Themenbereiche vornehmen und diese auf 2 bis 3 Subdomains auslagern. Diesen recht aufwendigen, arbeitsintensiven Schritt werde ich verschieben. Der Grund dafür ist, dass ich erst ein “Experiment” durchführen und das Ergebnis abwarten möchte.

Die Theorie zur Google Panda Blogoptimierung

Die Grundlage meiner Theorie und auch der praktischen Umsetzung basiert auf den folgenden Annahmen. Ob sie tatsächlich stimmen, weiß ich nicht, aber ich setze sie als Basis meines Experiments voraus. Alle meine Analysen und Umsetzungen basieren auf den in der Infobox dargestellten Kriterien.

Das Google Panda Update dient dazu die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern. Der Algorithmus kann jedoch selbst keine Qualität messen. Die Lesbarkeit von Texten und die korrekte Rechtschreibung lassen sich zwar bedingt ermitteln, jedoch sagt dies nichts über die eigentliche Qualität des Angebots aus. Hierfür muss der Panda das Userverhalten auswerten. Je länger der User auf einer Website verweilt und je mehr Seiten er dort aufruft, umso besser wertet Google die Qualität.
Verweilen User nur sehr kurz und rufen wenige Seiten auf, so spricht dies für ein schlechtes Angebot. Die Website fällt durch das Panda-Raster und wird mit einer schlechteren Visibilty abgestraft.

Damit dürfte im Grunde Google auch ziemlich Wurst sein, ob man einen Themenblog oder einen “Gemischtwarenblog” betreibt. Das Themenblog hat es einfach leichter die oben aufgeführten Punkte zu erfüllen. Ein Besucher der in einem Themenblog landet, weil er nach “Eierbecher” gesucht hat und dort 50 weitere Beiträge zu Eierbechern findet, verweilt dort auch länger und ruft weitere Seiten auf. Einfach nur deshalb, weil er dort vieles findet, was mit dem ursprünglich Gesuchten zusammenhängt.

Es sei noch erwähnt, dass der Panda ein fortlaufender Prozess ist und kein einmaliges Update des Algorithmus. Auch umfasst der Panda weitaus mehr Kriterien als die von mir erwähnten. Was ich mir bisher zum Thema erlesen habe, lässt mich jedoch vermuten, dass die Besuchsdauer und Seiten/ Besuch einige der wichtigsten Kriterien sein dürften.

Finden und Eliminieren der Bad Performer

Für mich bedeutet dies, den Content aufzuspüren, der für die schlechte Performance in Sachen Besuchszeit und Seiten/ Besuch verantwortlich ist. Ich nenne sie einfach mal Bad Performer, da sie mir das Blog vermiesen. Die Bad Performer lassen sich mit ein wenig Recherche in Google Analytics recht gut ausmachen. Als Grundlage dienen mir hierzu meine Top-Zielseiten. Diese bewerte ich nach Besuchsdauer und Seiten/ Besuch.

Für die Bewertung habe ich die Daten der letzten 3 Monate aufgerufen. Diese Auswertung findet ihr in Google Analytics im Menu unter dem Punkt “Content”. Dort den Eintrag “Zielseiten” auswählen und schon habt ihr den Chart samt Tabelle. Die Tabelle lässt sich anpassen. Rechts über der Tabelle ist ein Icon neben der Beschriftung “Anzeigen” zu finden – wie oben in den Screenshots zu sehen ist. Dort lässt sich mit der Einstellung “Vergleich” die Auswertung sehr komfortabel umsetzen. Idealerweise lässt sich die rechte Spalte nach den Kriterien Besuchszeit und Seiten/ Besuch filtern. Die Prozentangaben beziehen sich immer auf den gesamten Traffic des betrachteten Zeitraums!

Seiten mit sehr kurzer Verweildauer und solche mit wenigen Folgeaufrufen gegenüber dem Durchschnitt, habe ich mir in die folgende Tabelle kopiert. Die Tabelle habe ich mir angelegt, um später noch zu wissen, welche Beiträge ich “bearbeitet” habe.

Es sei gesagt, dass ich mir mit Absicht meine meistbesuchten Beiträge herausgesucht habe. Der Grund dafür ist schnell erklärt. Ein Beitrag mit sehr vielen Besuchern, aber schlechter Performance (Verweildauer, Seiten/ Besuch) verschlechtert das Gesamtergebnis ungleich stärker, als ein selten besuchter Beitrag mit ähnlicher Performance. Wie man in der Tabelle sieht, werde ich damit etwa 4.500 Besucher am Traffic verlieren.

Praxis – Umsetzung der Panda Optimierung

Zuerst hatte ich vorgesehen, die betroffenen Beiträge aus dem Blog zu löschen. Stattdessen habe ich die einzelnen Beiträge jedoch mit einem “noindex, follow” versehen. Mit dem Meta-Tag “noindex” erreiche ich, dass die Beiträge aus dem Index der Suchmaschinen fliegen. Somit ist der große Besucherstrom beendet. Das Meta-Element “follow” deshalb, weil aus den Beiträgen auf externe und interne Seiten verlinkt wird.

Zusätzlich in einem zweiten Step habe ich heute in den Google Webmastertools Anträge auf Entfernung der URLs aus den Suchergebnisssen gestellt. Damit erreiche ich hoffentlich eine schnellere Entfernung. Das Umstellen des Meta-Tags alleine war mir zu ungewiss. Es greift erst, wenn der Beitrag erneut gecrawlt wird – und das kann dauern. Selbst in den Webmastertools ist eine Zeitspanne von bis zu 90 Tagen angegeben.

Webmastertools - URL entfernen

Erwartungen an das Panda-Experiment

Nun ja, für den Anfang erwarte ich einen entsprechend starken Rückgang der Besucherzahlen. Ohne einen Einbruch, ob temporär oder auch anhaltend, wird es wohl nicht gehen. Im Gegenzug erhoffe ich mir, das die Werte der durchschnittlichen Besuchszeit und Seiten/ Besuch ansteigen. Vorausgesetzt, ich habe mich mit meinen Gedankengängen nicht völlig verzettelt, sollte das darin resultieren, dass die Visibility des Blogs wiederhergestellt wird oder sich zumindest deutlich bessert. Mit einer gestiegenen Visibillity sollte dann auch der Traffic wieder zunehmen.

Nun seid ihr dran. Wer denkt, das Ganze ist absoluter Bullshit oder aber der richtige Weg? Hat noch jemand Ideen oder habe ich gar etwas vor lauter Blindheit übersehen?

Update: 08.01.2012

Nun, wie sich rausgestellt hat, reagierte Google sehr schnell auf die Anträge zur Entfernung der URLs aus dem Index. Heute morgen überraschte mich die entsprechende Meldung in den Webmastertools.

Gegenüber der des angegebenen Zeitraums von bis zu 90 Tagen von Antragstellung bis zur Entfernung war das echt ultraschnell. Gestern Mittag war davon noch nichts zu sehen, daher denke ich, dass die Entfernung am späten Nachmittag stattfand.

Natürlich habe ich auch sofort gegengeprüft, ob die Beiträge denn tatsächlich nicht mehr in den SERPs ranken. Ein Blick in meinen Rankingmonitor hat mir den Umstand dann auch bestätigt.

Mit dem Beitrag zu den netten parasitären “Botflys” bin ich von 3 auf unauffindbar gefallen. Gleiches gilt für alle anderen Beiträge, die ich aus dem Index entfernt haben wollte. Schön, dass dies so schnell funktioniert hat.

Ich konnte es natürlich nicht lassen, in den Google Analytics zu prüfen, ob schon erkennbare Auswirkungen festzustellen sind. Viel konnte sich logischerweise noch nicht abzeichnen, da der gestrige Tag kein “vollständig bereinigter” war. Die Beiträge waren schließlich noch geschätzt 1/2 bis 3/4 des Tages in den SERPs. Um einen kleinen Anhaltspunkt zu haben, verglich ich den gleichen Zeitraum von Dezember 2011 mit Januar 2012, um Ausreißer ausschließen zu können. Der Durchschnitt der Besuchszeit lag immer annähernd gleich. Der gestrige Tag zeigt jedoch einen gravierenden Anstieg. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich die von mir ins Auge gefassten Werte in den kommenden Tagen und Wochen deutlich besser werden. Heute ist der erste Tag, der komplett ohne die bereinigten Beiträge in den Stats landet. Auf den morgigen Tag bin ich schon gespannt.

10 Kommentare
  1. Marc says:

    Diese Funktion von GA ist definitiv sehr informativ – danke für die Erläuterung zum Auffinden!
    Mit den Zahlen werde ich mich dann auch mal beschäftigen…
    Immer wieder ein Knaller, wieviel GA an tiefgehender Analyse zulässt!!

  2. Bone says:

    Ich finde deinen Gedankengang dazu richtig und logisch. Wenn ich mir die Titel so ansehe wird das ganze noch logischer. Ich drücke Dir für dein Experiment beide Daumen und hoffe das es so funktioniert wie Du es Dir vorstellst.

  3. Willi says:

    Ein sehr interessantes und spannendes Experiment! Ich bin gespannt was es bringt. Vielen Dank für die Erklärung und viel Glück. Ach und wenn es nicht zu viel verlangt ist, halte uns von Zeit zur Zeit bitte auf den laufenden.

    Gruß
    Willi

  4. Markus says:

    Ich glaub mit dem entfernen aus dem Index wird das so nicht klappen. Die setzen doch ein 404er voraus sowie ich das weiß. Aber durch den noindex sollten sie ja trotzdem nach und nach verschwinden.

    Ich persönlich denke ja die Bouncerate ist nicht der wichtigste Aspekt. Den dann hätte fast jede Newsseite damit zu kämpfen. Dort ist diese meist relativ hoch.

  5. Majeres says:

    @all: Google hat überraschenderweise sehr schnell reagiert. Später wird es noch ein Update im Beitrag geben. ;-)

    @Marc: Ja, ist ein nettes Tool. Es wäre noch schöner, wenn man es in einen Tabellenkalkulation exportieren könnte. Aber vielleicht geht das ja doch, nur habe ich es noch nicht entdeckt. Mit Analytics werde ich mich in den kommenden Wochen intensiver befassen. Da geht noch einiges mehr, da man auch viel nach eigenen Vorstellungen kombinieren und auswerten kann.

    @Bone: Bis vor dem Panda waren die Titel samt Inhalt – wenn man es so nennen kann – OK. Zumindest auf die SuMas und den Traffic bezogen. Was die Wertigkeit des Contents betrifft, gehören sie keineswegs zu meinen Glanzleistungen. Es sind (waren) eben nur Fliegenfänger.

    @Willi: Und wie gespannt ich erst bin. ^^ Klar doch werde ich euch auf dem Laufenden halten, ein erstes Update wird es heute noch geben. Für den Fall, dass das Experiment positiv endet, soll es auch als kleine Hilfe für andere Betroffene fungieren. Selbst wenn es nicht im Erfolg endet, zeigt es dann einen Weg auf, der nicht funktioniert.

    @Markus: Über einen notwendigen 404er konnte ich nichts finden. Wie ich nun weiß, ist das auch nicht notwendig, siehst Du später im Update. ;-)

    Newsseiten werden meines Erachtens anders bewertet. News haben eine ganz andere “Lebensdauer” als “gewöhnlicher” Content. Das sieht man auch in der Unterscheidung der Sichtbarkeit. In der organischen Sichtbarkeit ist deine Seite schwach vertreten, jedoch stark in den News.

  6. Majeres says:

    So, ich habe den Beitrag soeben aktualisiert. :-)

  7. mysha says:

    Interesanter Ansatz, wobei ich eher versucht hätte, die Contentqualität und Verlinkung zu optimieren, als den Content einfach zu verstecken.
    Da mir aber ehrlich gesagt sowohl Panda als auch Serps relativ schnuppe sind, wird bei mir alles so bleiben, wie es ist… Schließlich will ich nicht Google gefallen, sondern dem Leser! ( Und wer sagt bitteschön, dass Leser, die direkt auf der ersten Seite und in kürzester Zeit alles finden, was sie wissen wollten, letztlich nicht die zufriedeneren Kunden waren?)

  8. Majeres says:

    @mysha: Eine Optimierung des Contents wäre schlecht möglich gewesen. Bei dem Katzenberger Shice zum Beispiel, wurden entsprechende Fotos erwartet. Die gab es im Beitrag natürlich nicht und hätte ich auch nie hinzugefügt. Ergo kam der Suchende mit einer Erwartung zum Beitrag, die nicht erfüllt wurde und war dementsprechend schnell auch wieder weg.

  9. Hallo Andreas,

    du hast dir mit dem Artikel und den darin beschriebenen Aktivitäten sehr viel Mühe gegeben. In vielen Dingen gebe ich dir gerne recht, denn die Besucherzahlen sind auch z.B. bei mir deutlich zurück gegangen. Darauf zu reagieren, wie du es tatest, halte ich jedoch für verzichtbar, zumal niemand in Vorhinein weiß, wann dem WWW eine weitere Umstellung beschwert wird.

    Unique Content hin und her. Auch etliche Sites mit UC gingen „rückwärts“: Das Ei des Kolumbus ist PANDA also auch nicht.

    lG
    Lutz

  10. Majeres says:

    @Lutz: Es war/ ist mir einen Versuch wert, obwohl bereits morgen die Welt wieder völlig anders aussehen könnte – das ist mir ebenfalls bewusst. Leider weiß man das ja nie. Die Zeit die ich damit verbringe auf “Panda” zu optimieren, kann natürlich auch völlig für den Ar*ch sein. ^^

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