Mein zweiter Geburtstag?

Ich denke, ich sollte den heutigen Tag als meinen zweiten Geburtstag definieren. Seit nunmehr fast 22 Jahren fahre ich unfallfrei motorisiert Zweirad. Hier und da gibt es öfter einmal eine leicht brisante Situation, wenn mir ein PKW-Fahrer die Vorfahrt nimmt. Darauf ist man als Motorradfahrer aber regelrecht eingestellt und reagiert entsprechend darauf.

Heute habe ich trotz meiner langjährigen Erfahrung das erste Mal selbst so richtig Mist gebaut. Als ich heute früh zur Arbeit fuhr, hatte ich vor Ortsausgang drei Pkws vor mir. Da sie recht langsam fuhren, setzte ich am Ortsausgang zum Überholen an. Das habe ich dort schon unzählige Male gemacht und es ist an der Stelle auch nichts spektakuläres oder risikoreiches an dem Vorgang. Es kommt eine Gerade von ca. 200m mit anschließender leichter Rechtskurve die dann fließend in eine Linkskurve übergeht. Nur heute war alles anders. Ich habe den Fehler gemacht, nur allzu gemütlich im fünften Gang zu überholen. Als ich am letzten Pkw vorbei wieder einscherte, war ich schon am Kurvenanfang. Das ist im Grunde nichts Schlimmes. Aber leider war der Mittelstreifen feucht. Ich liege in der Kurve und die Mühle ist mir voll weggerutscht, da ich den Steifen genau erwischt hatte. Das Hinterrad bekam unmittelbar darauf wieder Gripp und ich hätte fast einen bösen Highsider erlebt. In dem ganzen Gebocke war mit der angestrebten Kurvenlinie nichts mehr drin und ich war heilfroh, gerade so an den Leitplanken vorbei gekommen zu sein.

Die Aktion hat mir gezeigt, dass es trotz alle Routine immer wieder Gefahren geben kann, die man einfach nicht wahrnimmt. Vielleicht liegt es aber auch gerade an der Routine?
Ein Highsider ist übrigens das, was ihr in diesem Video seht.

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26 Kommentare
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  3. Oha, aber geschmissen hats dich nicht? Da haste ja nochmal Glück gehabt!

  4. Rio says:

    Boah, wat ne Sch*****, ich dacht nu grad, du hättest die Karre zerlegt. ich mein, voll egal bei nem Unfall wenn man mit heiler Haut davonkommt, aber hast dir ja grad erst gekauft. Wie auch immer, bin froh, dass dir nichts passiert ist und um die Adrenalinausschüttung beneide ich dich sogar ;-)

  5. Andreas says:

    @alte Kiehvotz: Ne, geschmissen habe ich sie Gott sei Dank nicht. Das hätte mir gerade noch gefehlt…

    @Rio: Auf das Adrenalin hätte ich gerne verzichten können. Ich glaube, die Dosis wird mich heute Nacht noch wach halten ;-) .

  6. Andy says:

    Dann feier heute bloß. Ich habe bereits vor Jahren das Motorradfahren aufgegeben. War mir einfach zu gefährlich ;-)

  7. zaubi says:

    Um Gottes Willen, da haste aber mehr Glück als Verstand gehabt *gg

    Neee, Scherz beiseite. Die Karre hätte man ersetzen können, Dich aber nicht!

    Gott sei Dank ist dir nichts passiert!!

  8. jokkel says:

    Andy spricht mir aus der Seele, ich habe auch vor Jahren aufgegeben weil es mir zu gefährlich wurde. Hatte schon einige Unfälle und sowas ähnliches wie du es beschrieben hast ist mir auch schon passiert. Bisschen zu stark in einer Kurve gebremst bei Regen :roll: Ist in diesem Fall mit einer kaputen Stoßstange und leichten Beschädingen am Motorad ausgegangen.

  9. Marc says:

    Autsch… Dann hoffe ich, dass das eine einmalige Erfahrung in deinem Leben war!
    Kringel den Tag im Kalender ein!

  10. Kim says:

    Jetzt weiß ich, warum ich nie einen Zweiradführerschein gemacht habe… und solche Vorkommnisse bestätigen mich leider immer wieder.

    Ich weiß, auch im Auto kann man Mist bauen und zu Tode kommen, aber irgendwie finde ich, ist das auf dem Motorrad doch einiges riskanter. Wenn ich mit dem Auto auf nen nassen Mittelstreifen gerate, ist nichts weiter passiert, ausser vielleicht, dass die Karre ein wenig zur Seite zieht…

    Andreas: Ich bin froh, dass nix passiert ist, wollte ich doch am Samstag mit dir bei einem Bierchen beim Saarland-Twitter-Stammtisch anstoßen :-)

  11. Pumi says:

    Oh ja, da kann es einem ganz anders werden.
    Ich bin zwar kein Motorradfahrer, aber als nicht-motorisierter Zweiradfahrer kann ich solche Zwischenfälle nachvollziehen. Ich habe diese Woche auch schon unerwartet Sand und Steinchen in einer schnellen Kurve gefunden…

  12. Rennhenn says:

    Nochmal gut gegangen, puh. Wär natürlich schade ums Motorrad gewesen, aber viel wichtiger ist, dass du heil davon gekommen bist.

    Fahre selbst nicht Motorrad, aber finde das fürchterlich gefährlich. Selbst wenn da ein vernünftiger Fahrer drauf sitzt, dein heutiges Erlebnis zeigt wie schnell was passieren kann und andere Verkehrsteilnehmer gibt’s ja auch noch. Da ist man im Auto zumindest etwas geschützter. Mein Schatz hat den Motorrad-Führerschein – bin gottfroh, dass zur Zeit finanziell kein Moped drin ist, da hätt ich keine ruhige Minute mehr.

  13. Carsten says:

    Na wie gut das mein Motorrad 4 Räder hat :-P

  14. Crazy Girl says:

    Da hast Du aber wirklich Glück gehabt!
    Durch die Routine wird man schon leicht übermütiger, aber ich denke auch, dass die Reaktion dann teilweise besser ist. Vor 20 Jahren hättest die Maschine wohl kaum mehr halten können, oder?

    Ich habe so was ähnliches mal bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn erlebt. Da kommste mit 100 um die Kurve und auf einmal steht überall alles… ein Alptraum ohnes gleichen. Seitdem achte ich darauf, dass mein Abstand zum Vordermann nicht zu kurz wird. Obwohl das auch nicht immer hilft, damals hätte mir nur der “beam me up scotty” Knopf geholfen. Da ich aber doch recht gut reagiere (kommt wohl auch aus dem Rettungswagen Fahrtraining), habe ich kurzerhand eine vierte Spur zwischen Links und Mitte aufgemacht und so nur die Seiten zerschrammt :-(

  15. hombertho says:

    Das ist echt böse. Da hattest ja wirklich noch Glück gehabt. Nach so einer Sache steigt der Adrenalin Spiegel kräftig an. Leider ist es wirklich so, dass man durch Routine Leichtsinnig wird bzw vieles einfach nicht mehr so bewußt wahrnimmt. Darin besteht dann am Ende auch die Gefahr. Nach solchen Aktionen wird es einem wieder bewußt.

  16. Andreas says:

    @Andy: Am Wochenende werde ich mir ein Cola-Bier gönnen ;-) .

    @zaubi: Ich bin auch heilfroh, dass es glimpflich ausging.

    @Kim: In einem Auto ist man immer sicherer. Aber auf das Mopped kann ich nicht verzichten. Es ist mehr Lebenseinstellung den Hobby :-) .

    Mit Samstag bin ich mir noch nicht sicher. Meine Frau ist am Samstag mit ihren Freundinnen unterwegs und ich hüte die Kinder. Je nachdem, wann sie zu Hause ist, werde ich vorbeischauen.

    @jokkel: Ein Zweirad ist leider immer gefährlich. Gestürzt bin ich bisher nur einige Male beim Crossfahren, aber das gehört da dazu und findet auch nicht im Straßenverkehr statt.
    Du hattest aber echt Sonne, dass es nur ein Materialschaden war :-) .

    @Marc: Den Kringel habe ich schon gemacht ;-) .

    @Pumi: Erinnere mich bloß nicht an meine Fahrradphase. Ich habe heute noch drei Narben an Beinen und Armen. Eine wurde auch durch lieben, feinen Sand in einer Kurve verursacht ;-) .

    @Rennhenn: Das Auto bietet einen geschlossenen Raum, Gurte und Airbags. Da hast Du volkommen recht. Ein Mopped ist in Punkto Sicherheit absolut nackt :-( .

    @Carsten: Ich hatte erst auch daran gedacht mir ein Quad zu kaufen. Ich hatte mit einer Raptor geliebäugelt. Bin dann aber doch an der Triumph nicht vorbeigekommen :-) .

    @Crazy Girl: Ohne Erfahrung hätte es mich bestimmt zerlegt. Aber auch so war es mehr als mir lieb war. Wenn die Kiste ausbricht und wieder Gripp bekommt, gibt es einen bösen Schlag in den Rücken. Das tut richtig weh.
    So ein Stauenden-Erlebnis hatte ich auch schon mal in der Nähe von Frankfurt. Plötzlich nur rote Bremsleuchten und Warnblinker. Das Resultat war, dass ich quer am Stauende stand und die Oma vor mir bestimmt nasse Hosen hatte ;-) .

    @hombertho: Man kann es einen deutlichen Weckruf nennen. Zum Glück bin ich kein Heißsporn, der immer mit offenem Gasschieber durch die Lande rast. Ein wenig mehr Beschleunigung und die Sache hätte in einem Haufen Schrott geendet.

  17. Crazy Girl says:

    Ich hoffe jetzt tut nix mehr weh im Rücken?

    Stauende wäre ja noch gegangen, doch leider hat es vor mir ungefähr 20 mal gekracht und hinter mir noch so ca. 50 mal. Da hörste nur “ram ram ram ram ram ram….” und denkst Du bist im falschen Film. Übrigens: Hätte ich keine weitere Spur aufgemacht und wäre da nicht durchgeschossen, sondern hätte es geschafft hinter dem Vordermann stehen zu bleiben, wäre ich von nem LKW zerquetscht worden. Der hat von hinten auch nochmal richtig aufgeräumt :-(

  18. Nila says:

    Meine Güte, Scheisse! Na Gott-Sei-Dank hast du dich noch mal “derrappelt” würde man bei uns in Österreich sagen.
    Aber nach solchen Aktionen fährt man auch wieder bewußter oder??!!
    Hoffentlich!! Du bist Familienpapa ;)

  19. JPanther says:

    Ich spiele momentan mit dem Gedanken mir ein Roller oder ein Motorrad zu kaufen. Ein Auto kann und will ich mir nicht leisten.

    Aber wenn ich sowas sehe, dann frage ich mich ernsthaft ob ich es riskieren soll. Ich bin sehr vorsichtig und vor allem durch meinen gesunden Menschenverstand bekannt. Doch wie du bereits sagtest, die Routine kann Schuld sein.

    Ich freue mich das es dir gut geht und hoffe das der ein oder andere Motorradfahrer das hier ließt und aus deinem Missgeschick lernt. Eventuell bewahrst du je somit jemanden vor einem Unfall.

    Ich wünsche dir ein erholsames Wochenende. =)

  20. Andreas says:

    @Crazy Girl: Ne, das Ziehen im Rücken war abends schon nicht mehr zu spüren.
    Das hast Du aber verdammt viel Glück gehabt oder eine sehr gute Eingebung :-) .

    @Nila: Ich dachte eigentlich, dass ich immer sehr bewusst fahre, aber scheinbar ist es doch nicht so. Ab und zu wird man dann durch ein Ereignis wieder daran erinnert… :-(

    @JPanther: Ein gewisses Risiko bringt ein Motorrad immer mit sich sich. Aber deshalb gebe ich diese Passion nicht auf.
    Außerdem ist das Zweirad tatsächlich eine günstige Alternative zum Auto.

  21. Crazy Girl says:

    Da bin ich aber froh, dass Dein Rücken gleich am Abend wieder aufgehört hat zu schmerzen und sich das nicht auch noch länger hinzieht :-)
    Ich hatte damals schlicht und ergreifend keinen Bock dem Vordermann frontal hinten reinzukrachen und bin deswegen ausgewichen und habe eine weitere Spur aufgemacht. So ist mir und anderen Personen dadurch nix passiert, dafür hatten aber ein paar mehrere Autos von mir zusätzlich noch Schrammen in ihren Seiten (passte da nicht so ganz zwischendruch). Vielleicht liegt eine solche Reaktion auch an meinem Fahrtraining, das ich durch das Rettungswagen fahren absolvieren durfte ;-)

  22. Andreas says:

    @Crazy Girl: Es ist besser deine Kfz-Versicherung zahlt ein paar Beulen und Kratzer, als deine Krankenversicherung einen Aufenthalt in der Klinik.

    Rettungswagen-Rennfahrertraining ;-) , das klingt spannend

  23. Crazy Girl says:

    Jau, besser Vollkaskoversicherung zahlt als Krankenkasse. Trotzdem hat es mich im Nachhinein etwas geärgert, da ich deswegen ja auch gestiegen bin im Beitragssatz *schnüffel* – hätte alles nicht sein müssen, weder das eine noch das andere.

    Rettungswagen-Rennfahrertraining *lol* – ja, das ist wirklich lustig. Kam aber eher daher, dass ich zu Zeiten im BRK mit dem Rettungswagen Fahren anfing als die dort noch etwas arg “frauenfeindlich” unterwegs waren. Während die männliche Fraktion einfach so ihren Führerschein ausgehändigt bekamen mussten wir Frauen internes Fahrtraining und Einparktraining absolvieren.
    Heute sind die Einstellungen dort schon etwas anders, vor allem seitdem mit die Jüngeren mit dem normalen Autoführerschein diese Teile nicht mehr fahren dürfen ;-) Gar nicht so lange her, als ich das letzte Mal gefragt wurde, ob ich mich nicht wieder als ehrenamtliche Fahrerin zur Verfügung stellen würde. Aber die Zeiten sind definitiv vorbei, bin zu lange draußen und das ist schon ein recht zeitintensives “Hobby”…

    Trotzdem fand ich es immer “saugeil” – wenn ich das so sagen darf – mit Blaulicht und Sirene zum Einsatzort zu rasen. Die Teile liegen auch so lustig in der Kurve, dass den Beifahrern schon ab und an mal Angst und Bang wird… wäre die Tür nicht ganz zu, könnten sie schon mal verloren gehen wenn der Sicherheitsgurt sie nicht festhalten würde…

  24. Andreas says:

    @Crazy Girl: Na ist ja ein Ding! Das nennt man dann Gleichberechtigung. Ein spezielles Fahrtraining oder Führerschein für die jungen Fahrer halte ich dagegen für sehr sinnvoll.
    Mit Blaulicht und Sirene durch die Stadt zu fegen habe ich mir auch schon einige Male vorgestellt ;-) .

  25. Crazy Girl says:

    Früher war es noch so, dass die vom BRK entschieden haben, wem sie den ‘Führerschein’ gegeben haben. Ist ja eigentlich nur die ‘Blaulicht-Ausnahmegenehmigung’ die sich ‘Fahrerbereichtigung’ nennt da unsere Jahrgänge diese großen Autos (Klasse C1 ist das glaube ich) ja fahren darf mit ihrem normalen Autoführerschein. Die jüngeren Generatinen haben dieses Führerscheinklasse aber nicht mehr automatisch mit dem Autoführerschein und müssten diesen Schein extra machen. Da mangelt es dem BRK jetzt natürlich öfter mal an ehrenamtlichen Fahrern ;-)
    Übrigens muss man mit der ‘Fahrerberechtigung’ alle halbe Jahr eine ‘Belehrung’ vom BRK über sich ergehen lassen, sonst ist das Teil abgelaufen (wie meines).
    Mit Blaulicht und Sirene durch die Stadt zu fegen war schon wirklich genial – auf der Autobahn macht es aber überhaupt keinen Spaß, weil man von so gut wie allen überholt wird :-)

  26. Andreas says:

    @Crazy Girl: Die neue Führerscheinregelung macht uns auch in unserem Betrieb öfter einen Strich durch die Rechnung. Die jüngere Führerscheinbesitzer dürfen noch nicht einmal den Pkw mit unserem etwas größeren Anhänger fahren. Da müssen wir uns immer einen “Alten” heraussuchen ;-) .
    Diese ständigen Auffrischungen von Belehrungen, Unterweisungen und Schulungen kenne ich auch aus der Industrie. ISO/TS 16949 lässt grüssen :-) .

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