Kurzarbeit!

Die Finanzkrise hat jetzt auch uns erreicht, uns das ist der Betrieb in dem ich arbeite. Als Zulieferer für die Automobilindustrie war es bereits vor einigen Wochen abzusehen, daß auch wir in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Frage war eigentlich nur noch wann. Bereits seit Wochen gingen die Auftragszahlen stetig zurück, aber waren immer noch gerade hoch genug, um vor der Kurzarbeit verschont zu bleiben. Jetzt, da unsere Kunden uns die geplanten Produktionsstillstände für den Jahreswechsel mitgeteilt haben, sieht es gar nicht rosig aus. So haben einige, beginnend im Dezember bis in den Januar hinein, ganze 5 Wochen!! geschlossen.

Heute hatten wir dann unsere Betriebsversammlung, während der unser Chef die anstehende Kurzarbeit offiziel bekannt gab. Sie wird von Dezember bis voraussichtlich Mitte Januar andauern. Das wird hart. Die Entlohnung während der Kurzarbeit sieht folgendermaßen aus:

  • Mitarbeiter mit Kindern auf der Lohnsteuerkarte erhalten für die Dauer die sie zu Hause sind 67% ihres Nettolohns. Die angefallenen Arbeitszeiten werden normal vergütet.
  • Mitarbeiter ohne Kinder erhalten 60% ihres Nettolohnes. Auch hier wird die tatsächliche Arbeitszeit natürlich vergütet.

Das sind derbe Einkommenseinbußen, die den meisten Mitarbeitern schwer zu schaffen machen werden. Nichtsdestotrotz soll man das Glas immer als halbvoll ansehen und nicht halbleer. Wichtig ist erstmal, daß der Arbeitsplatz erhalten bleibt und man nicht arbeitslos wird.

Außerdem kann man auf unsere Geschäftsführung zählen. Sie ist darauf bedacht, daß niemand länger als 2 Wochen/Monat in Kurzarbeit muß, damit sich die finanziellen Einbußen in Grenzen halten. Die entsprechende Personalplanung hierzu ist bereits gemacht.

Wie ich selbst von der Kurzarbeit betroffen bin, weiß ich noch nicht, das werde ich erst die kommenden Tage erfahren. Aber auch vor der Verwaltung wird sie wohl nicht halt machen. Weniger Produktion verursacht logischerweise auch weniger Verwaltungsaufwand.

Mal sehen was da auf mich zukommt…


5 Kommentare
  1. Ecki says:

    Ich weiss zu genau wovon Du sprichst. Das ist immer eine doofe Sache. Ich war auch schon auf Kurzarbeit, und das genau wo meine Frau mit den Zwillingen Schwanger war. Wer in diesem Fall keine Rücklagen hat, sieht ein wenig Alt aus :(

  2. Andreas says:

    Ich gehe ja davon aus (hoffe es), daß die Kurzarbeit an mir vorrübergeht. Das SAP läuft nunmal weiter und auch das Ideenmanagment will betreut sein. Noch bin ich guter Dinge :-) .

  3. Ronnie says:

    Das steht uns wahrscheinlich auch für das neue Jahr bevor. Die Vorbereitungen wurden jedenfalls schon getroffen. Vorerst sind es 4 Wochen Betriebsurlaub und dann werden wir mal sehen.

  4. Andreas says:

    @Ronnie: Es wird im kommenden Jahr mit Sicherheit viele treffen. Ich trau mich schon fast nicht mehr n-tv, euronews und Co einzuschalten. Das nächste Jahr wird für viele sehr bitter werden.

  5. Pingback: trends

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