Mein zweiter Geburtstag?

Ich denke, ich sollte den heutigen Tag als meinen zweiten Geburtstag definieren. Seit nunmehr fast 22 Jahren fahre ich unfallfrei motorisiert Zweirad. Hier und da gibt es öfter einmal eine leicht brisante Situation, wenn mir ein PKW-Fahrer die Vorfahrt nimmt. Darauf ist man als Motorradfahrer aber regelrecht eingestellt und reagiert entsprechend darauf.

Heute habe ich trotz meiner langjährigen Erfahrung das erste Mal selbst so richtig Mist gebaut. Als ich heute früh zur Arbeit fuhr, hatte ich vor Ortsausgang drei Pkws vor mir. Da sie recht langsam fuhren, setzte ich am Ortsausgang zum Überholen an. Das habe ich dort schon unzählige Male gemacht und es ist an der Stelle auch nichts spektakuläres oder risikoreiches an dem Vorgang. Es kommt eine Gerade von ca. 200m mit anschließender leichter Rechtskurve die dann fließend in eine Linkskurve übergeht. Nur heute war alles anders. Ich habe den Fehler gemacht, nur allzu gemütlich im fünften Gang zu überholen. Als ich am letzten Pkw vorbei wieder einscherte, war ich schon am Kurvenanfang. Das ist im Grunde nichts Schlimmes. Aber leider war der Mittelstreifen feucht. Ich liege in der Kurve und die Mühle ist mir voll weggerutscht, da ich den Steifen genau erwischt hatte. Das Hinterrad bekam unmittelbar darauf wieder Gripp und ich hätte fast einen bösen Highsider erlebt. In dem ganzen Gebocke war mit der angestrebten Kurvenlinie nichts mehr drin und ich war heilfroh, gerade so an den Leitplanken vorbei gekommen zu sein.

Die Aktion hat mir gezeigt, dass es trotz alle Routine immer wieder Gefahren geben kann, die man einfach nicht wahrnimmt. Vielleicht liegt es aber auch gerade an der Routine?
Ein Highsider ist übrigens das, was ihr in diesem Video seht.

Die Baustelle – Wir sind genervt

Seit Montag dürfen wir uns über eine Baustelle direkt vor unserer Haustür freuen. Der Kanal in unserer Straße wird erneuert und so hat man schweres Gerät aufgefahren. Zwei Bagger, ein Presslufthammer, eine Steinsäge, ein Rüttler und ein Ungetüm von einem Kompressor sind im Dauereinsatz. Beginn ist um 6:00 Uhr in der Früh und Ende zwischen 16:00 und 17:00 Uhr.

Die Twins schlafen normalerweise bis etwa 8:30 Uhr, aber jetzt logischerweise nicht mehr. Um sechs ist für alle die Nacht zu Ende. Das Schlimme daran ist, daß man sich im Haus nicht einmal in normaler Lautstärke unterhalten oder TV schauen kann. Der Baustellenlärm übertönt einfach alles. Seit gestern verzieht sich meine Frau mit den Kindern schon morgens um 7:00 Uhr zu ihrer Mutter in den Nachbarort und kommt erst abends wieder nach Hause. Ich selbst halte es ähnlich. Vom Büro kurz nach Hause, einen Kaffee trinken und gleich wieder weg. Es ist hier einfach nicht auszuhalten.

Wir wissen, daß die Arbeiten notwendig sind, aber sind auch heilfroh, wenn sie endlich abgeschlossen sind. Für Blog und Internet nehme ich mir im Moment nur wenig Zeit, da ich mich bei dem Lärm eh nicht richtig konzentrieren kann. Ich sehne mich nach einem lärmfreien zu Hause…

Das Ende des Strohwitwers

Seit gestern ist meine Zeit als Strohwitwer zu Ende. Meine Frau und mein Sohn Leon kamen gestern Morgen wohlbehalten auf dem Frankfurter Flughafen an. Gelandet waren sie um 6:00 Uhr morgens, so daß für mich bereits um 3:00 Uhr die Nacht vorüber war. Um 9:00 Uhr waren wir zu Hause und nach dem Auspacken der Koffer und einem gemeinsamen Mittagessen war der Tag so gut wie gelaufen. Den beiden Heimgekehrten steckte der Jetlag in den Knochen und Keanu sowie mir, waren das frühe Aufstehen auch nicht so gut bekommen. Also hat die ganze Familie ein seeeehr langes Mittagsschläfchen gehalten 🙂 .

Den Papierkram konnte sie komplett erledigen. Insgeheim hatte ich auf ein paar schöne Urlaubsfoto gehofft, aber da meine Frau die meiste Zeit zu Hause in Packchong auf Post und Anrufe der Behörden warten musste, war mit „Urlaubsfotos“ nichts drin. Ein paar aktuelle Fotos unseres Domizils in Packchong kann ich euch aber zeigen. Mein Schwiegervater hat sich dort vor etwa 10 Jahren sein eigenes „Ferienparadies“ gebaut. Während seines Urlaubs im letzten Jahr, hat er die Hütte komplett neu gestrichen. Darüber musste ich ein wenig lachen, da mein Schwiegervater selbstständiger Maler und Lackierer ist und selbst im Urlaub nicht davon lassen konnte 🙂 . Aber wer Thailand kennt, weiß warum man manche Dinge besser selbst macht 😉 . Das Ende des Strohwitwers weiterlesen

Jetzt sind sie weg

Der gestrige Tag war, wie zu erwarten, ein klein wenig stressig. Vor jedem Flug nach Thailand machen wir auf den letzten Drücker noch ein paar Besorgungen. Das war gestern auch nicht anders. Ein paar Kleinigkeiten für die Familie waren wir  einkaufen Süssigkeiten für die Kinder und vor allem Obst, welches man in Thailand nicht so einfach bekommt.

Meine Frau wollte ursprünglich gegen 18:00 Uhr losfahren, da ihr Flug erst um 21:15 Uhr ging. Mir war das aber zu spät und so  sind wir dann um 17:00 Uhr zum Flughafen nach Frankfurt gestartet. Das war auch unser Glück. Fast eine ganze Stunde haben wir mit Stop and Go in einer Baustelle verbracht. Das hatte zur Folge, dass sie um 20:25 Uhr zum Check-in kam. Die Mitarbeiterin am Schalter meinte dann auch, dass sich meine Frau besser beeilen sollte an den Flugsteig zu kommen.

Kaum eine Minute später kam dann auch schon der letzte Aufruf über die Lautsprecher. Lange verabschieden war dann auch nicht drin, schnell einen Schmatzer für sie und Leon und weg waren sie. Bevor meine Frau an Boad ging, hat sie noch einmal kurz angerufen, dass alles gut gegangen sei. Im letzten Jahr war das nicht so. Da hatte man sich an den von ihr mitgeführten Cremes, Duschgel und Shampoo gestört. Man darf ja nicht mehr einfach eine normale Verpackungsgrösse mitnehmen, sondern nur noch diesen kleinen Minipackungen. Ausserdem müssen sie in einem transparenten Plastikbeutel beim Einchecken vorgezeigt werden. Es könnte ja eine chemische Bombe sein…

Ich habe dann noch mit Keanu und meinem Schwiegervater im Flughafen zu Abend gegessen. Schwiegerpapa hatte die Spendierhosen an und alles gezahlt. Wie zu erwarten war das Essen im Flughafen nicht billig und so wechselten 60 Euronen den Besitzer. Danach sind wir auch gleich los Richtung Heimat. Die Heimfahrt lief zum Glück ohne irgendwelche Schwierigkeiten. Die Autobahn war recht leer und  so waren wir um 00:15 Uhr zu Hause.

Geschlafen habe ich nicht sehr gut, da mich immer solange die Unruhe plagt, bis meine Frau sich meldet. Heute Morgen um 9:00 Uhr kam dann auch endlich der ersehnte Anruf. Der Flug ist sehr gut verlaufen, Leon war ganz brav und der Flieger kam sogar 2 Stunden früher als geplant an. Den ersten Tag wird sie nun in Bangkok verbringen und die ersten Papiere beantragen. Anschliessend geht es zur Überbrückung der Wartezeit für ein paar Tage zu ihrer Familie nach Pack Chong.

Ja und auf den morgigen Anruf freue ich mich jetzt schon 🙂 .

Ich bin Strohwitwer

Strohwitwer bin ich beginnend von morgen an bis einschließlich den 29.04. Meine Frau muss dringenden Papierkram in der Heimat erledigen. Alle Telefoniererei mit den thailändischen Konsulaten in Deutschland und den Behörden in Bangkok kamen immer zu dem selben Resultet. Sie muss ihren Reisepass und vor allem den Personalausweis persönlich im Land neu beantragen. Ein ganz schöner Mist ist das. Vieles konnten wir bisher durch eine Vollmacht von ihrer Tante vor Ort erledigen lassen, aber beim Personalausweis gibt es diese Option leider nicht.

Damit fällt mein diesjähriger Thailandurlaub ins Wasser. Das dafür vorgesehene Geld geht jetzt für diesen ungeplanten Tripp drauf. Dabei hatte ich mich schon so auf drei Wochen Fotosafari gefreut. Der Papierkram wird mit allem drum und dran, Reise, Aufenthalt und den Papieren, mit etwa 2000,–€ zu Buche schlagen. Dabei verschlingt die Bürokratie locker die Hälfte dieser Summe.

Ein zweite Manko an der Geschichte ist, dass ich schon jetzt einen großen Teil meines Jahresurlaubs in Anspruch nehmen muss. Keanu darf wegen seines Herzfehlers noch nicht fliegen und so bleibe ich zu Hause bei ihm. Leon hingegen wird, wie auch schon im letzten Jahr, mit meiner Fau mitfliegen. Hier im Blog kann es meinerseits unter Umständen etwas ruhiger werden. Das hängt davon ab, ob ich Keanus Mittagsschläfchen zum Bloggen nutzen kann. Ansonsten werde ich hier und da mal in den späten Abendstunden ein Lebenszeichen von mir geben.

Aber erst einmal abwarten, wie es wird. Ruft also nicht gleich die 110 an, wenn hier zwei Tage hintereinander nichts passiert 😉 .

Jugendsünden und Dummheiten

Während meiner Kindheit und auch später als Jugendlicher, habe ich so manche Dummheit begangen. Viele waren so prägnant, dass ich mich heute noch daran erinnere, als wären sie gestern erst geschehen.

Meine erste Erinnerung an einen sehr dummen Schabenack habe ich, als ich etwa vier Jahre alt war. Meine Oma hatte damals eine Couch, die schon sehr alt war. Heute wäre sie bestimmt eine begehrte Antiquität, die Couch, nicht meine Oma. Die Polsterung der Couch war eine Rossharrfüllung. Weiss der Teufel warum, aber ich hatte die glorreiche Idee, rücklings unter die Couch zu rutschen und mit einem Streichholz die Füllung anzustecken. Das hat vielleicht gequalmt und gestuncken. Oma war darüber sehr begeistert und zog mich gerade noch rechtzeitig unter der brennenden Couch hervor. Opa bugsierte den Zweisitzer schnell zum Fenster heraus und Ende war es mit der Couch. Ja und Omas Freude über meine Brandstiftung war so gross, dass sie ihren Rührlöffel auf meinem Hintern kaputt schlug…

Dann mit acht Jahren, hatte wir Jungs auf der Landstrasse ein paar sehr deftige Pornomagazine gefunden. In unserem Alter ein sonst unerreichbarer Schatz, der wohl gehütet sein wollte. Ein sicheres Versteck musste her, eines, an das jeder von uns jederzeit heran konnte, um in den Heftchen zu blättern. Ein vermeintlich gutes Versteck hatten wir auch bald gefunden. Die Mutter Gottes Statue im nahegelegenen Wald! Direkt hinter der Statue war ein trockenes Plätzchen, dass nicht direkt einzusehen war. Geniales Versteck, da waren wir uns alle einig. Dann nach zwei Wochen waren die Schweineheftchen plötzlich weg. Wir gaben uns gegenseitig die Schuld, sie woanders versteckt zu haben. Dem war aber nicht so, wie wir dann am folgenden Sonntag in der Kirche erfahren durften. Die Küsterin hatte bei der Mutter Gottes die Blumen gewechselt, neue Kerzen aufgestellt und die Statue abgewischt. Dabei hat sie natürlich die Speckhefte entdeckt. Unser Pastor hatte diesem Umstand seine Sonntagspredigt gewidmet. Es kamen verdammt oft die Worte „Sodom und Gomorrha“ und Unzucht darin vor. Er hat aber nie herausgefunden wer die bösen Ferkelblätter dort versteckt hatte 😉 .

Dann mit Zwölf habe ich etwas wirklich Dummes getan. Der Opa eines Freundes hatte ein Kleinkaliber-Gewehr und auch ausreichend Munition dazu. Das Gewehr hatte er in seinem Schlafzimmer eingesperrt, aber die Munition im Schuppen versteckt. Wie der Zufall es wollte hatten wir die Muni dort gefunden. Jeder von uns beiden hatte sich zehn Schuss eingesackt. Wirklich etwas anfangen konnten wir damit nicht. Also kam ich auf die Idee, die Dinger mit einem dicken Meisel zu bearbeiten. Man haben die geknallt! Als ich der Patrone Nummer Vier einen kräftigen Schlag verpasste, spürte ich einen brennenden Schmerz am Handgelenk. Die Kugel oder ein Splitter davon hatte mein Handgelenk gestreift und ich blutete die Strasse voll. Eine meiner Socken diente mir als Verband. Voll hygienisch, wenn ich heute darüber nachdenke 🙂 . Nach einer viertel Stunde hat es dann nicht mehr geblutet und ich war erleichtert. Zu Hause erzählte ich dann abends, dass ich mir das Handgelenk an einem Stacheldrahtzaun aufgerissen hätte. Naja, Notlügen waren doch erlaubt, besser als zwei Wochen Hausarrest…

Wie war das in eurer Jugend? Welche Dummheiten habt ihr getrieben? Ich freue mich schon auf eure Kommentare 🙂 .