Bloggen – Ein Weg in die Selbstständigkeit?
Ein Gedanke, der bestimmt vor mir, auch schon vielen anderen durch den Kopf gegangen ist. Im englischsprachigen Raum ist das ja nichts aussergewöhnliches mehr, betrachtet man erfolgreiche Blogger wie John Chow, Shoemoney oder Darren Rose. Ihr Vorteil ist natürlich die englische Sprache und die sich daraus resultierende, nahezu weltweite Zielgruppe.
Die drei sind wahrlich Ausnahmen aufgrund ihrer immensen monatlichen Einkommen. Aber man bedenke, daß von einem Eisberg auch nur ein kleiner Teil aus dem Wasser ragt. So gibt es viele englischsprachige Blogger, die ein “normales” Einkommen erwirtschaften, welches ihnen die finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht.
Ist dies auch im deutschen Sprachraum möglich?
Ich denke grundsätzlich ja! Zeigen doch Blogeinnahmen wie zum Beispiel die von Stefan, daß bereits nebenberuflich passable Summen zusammenkommen können. Einen möglichen Weg zur Selbsständigkeit durch bloggen stelle ich mir in groben Zügen so vor. Der Blog wird zu Anfang als Nebengewerbe betrieben, da er logischerweise die ersten x Monate nichts einbringen wird. Content will geschrieben, eine Stammleserschaft und Beziehungen zu anderen Bloggern müssen aufgebaut werden. Ein klares Ziel hierbei ist auch Branding. Daß der persönliche Einsatz hierbei kein Vergleich mit Hobbybloggen ist, setze ich natürlich voraus. Die Phase wird, aus meinem Bauchgefühl heraus, eine Dauer von ein bis zwei Jahren in Anspruch nehmen. Dann wird aber irgendwann ein Punkt erreicht sein, an dem sich die Einnahmen nicht weiter steigern lassen.
Um eine weitere Steigerung zu erreichen erfordert das Blog mehr Zeit (ergo Content & Beziehungen). An diesem Punkt wäre eine schwierige Entscheidung notwendig. Gebe ich mein sicheres Arbeitsverhältnis auf? Wage ich den Sprung ins kalte Wasser und versuche mich an der Selbstständigkeit?
Ein klares JA von mir, wenn man die Zeit zuvor genutzt hat und sich ein finanzielles Polster aufgebaut hat, um eine längere Durststrecke zu überstehen. Außerdem sollte man auch überlegen, einen Kurs zum Thema Existenzgründung zu belegen, um sich darüber im Klaren zu werden, worauf man sich einlässt. Ist man erst einmal zeitlich ungebunden, kann muß man den Großteil des Tages in das Blog investieren. Damit meine ich einen 14 bis 16 Stunden Tag, so wie ihn die meisten Selbstständigen auch haben. Selbstständigkeit ist nun einmal kein Zuckerschlecken. Bei einem solchen Zeitrahmen sollte es möglich sein, täglich zwei bis drei gute Beiträge zu schreiben und sich ausgiebig in der Blogosphäre zu bewegen, um Beziehungen zu pflegen und neue aufzubauen. Das Zeitinvest würde sich in mehr Traffic auszahlen und die Attraktivität des Blogs für Werbepartner erhöhen.
Soweit meine persönliche Sicht zum Thema. Wie ist eure Meinung? Sind meine Gedankengänge zu blauäugig oder durchaus realistisch? Ich freue mich auf eure Meinungen.



13. Jan, 2009 
















HM…. schweres Thema… Möglich denke ich, ist es bestimmt…
Wagen würde ich es persönlich doch nie, dafür ist mir das Hobby zu wertvoll.
Ist genauso wie bei meiner Prädikantenausbildung. Ich darf Gottesdienste halten und viele kommen jetzt an und fragen warum ich nicht Theologie studiere, sondern Mathe und Informatik? Das hat den einfachen grund, dass der Prädikantendienst mein Hobby ist und es mir Spaß macht. Wenn ich es zum Beruf machen würde… wäre ich ständig gezwungen es zu tun und mir würde langweilig werden und mich würde es ankotzen.
Aber Selbstständiger Blogger bestimmt… aber auch nur, wenn man dafür ein Talent hat! Das braucht man hier ganz stark denk ich … und nebeneinnahmen sind auch toll
Wenn man denn welche hat. Ich werds net machen…
Lg
Timo
@Timo: Ich stecke seit über 21 Jahren im Berufsleben in Jobs, die ich nicht unbedingt als meine Traumjobs bezeichnen würde. Das Einkommen ist vielleicht nicht das Schlechteste, aber wenn ich die Wahl hätte ein Hobby zum Beruf machen zu können, so würde ich das ohne zu zögern tun
.
Deine Gedankengänge sind für mich nachvollziehbar und richtig. So habe ich mir das auch mal vorgestellt. Für mich stellt sich nur die Frage über was man bloggt? Soll man sich festlegen, oder kann ich denn überhaupt mein privates Blog in eine Geldmaschiene umbauen… Denn derEcki.de ist soweit ja schon bekannt. Nochmal mit einem anderen Blog beginnen würde ich nicht wollen
Also den Schritt aus der Abhängigkeit vom Arbeitgeber hin zur Abhängigkeit zum Blog halte ich für recht gewagt. Wenn man sich jedoch dafür entscheidet, dann muss ma es so machen wie du schon sagtest: Seite gesamte Zeit in das Projekt investieren, sonst ist der Ofen schnell aus.
Mit drittklassigem Content braucht man da garnicht erst versuchen irgendwie reich zu werden, da muss schon Qualität her – An Quantität sollte es aber auch nicht mangeln.
Ich persönliche denke aber, dass ich mich auf Grund meines Blog aber mnicht von meinem Arbeitgeber trennen werde, da es zum einen Eher eine Spassveranstaltung ist und zum Anderen bin ich noch nicht bekannt genug
Aus meiner Erfahrung ist ein Standbein im Internet, also ein Blog, definitiv zu wenig um dauerhaft gut leben zu können, eine Familie zu ernähren, in den Urlaub zu fahren und das ganze ohne das ständige Zittern, was passiert, wenn dieses eine Projekt den Bach runter geht. Ich habe diesbezüglich selbst schon “Pferde kotzen” sehen. Mir sind vor mehr als einem Jahr 2 Standbeine weggebrochen (von 3en) und zwar von einem Tag auf den anderen. Ich knabbere heute noch finanziell an diesen Auswirkungen, so dass es durchaus immer wieder Monate gibt, in denen ich nicht weiß, ob und wie ich meinen Mietanteil zusammengerafft bekomme.
Wir sind so sehr vom Gutdünken von Mächten wie “Google” abhängig, dass ich Dir definitiv nur raten kann, Dir einen solchen Schritt verdammt gut zu überlegen. Das Polster ist schnell aufgebraucht und dann?
Ich bin ja nun schon seit über 5 Jahren selbstständig und habe Hochphasen wie auch Tiefphasen erlebt. Ich bin fast immer auf mehreren Beinen gestanden und werde auch weiterhin daran arbeiten dies aus- bzw. aufzubauen.
Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass Deine Sichtweise etwas “blauäugig” ist, aber dennoch grundsätzlich machbar (halt mit einigen Modifikationen).
Ok, sogesehn mach ich auch mein Hobby zum Beruf. Ich bin schon seit Jahren hier bei uns in der ev. Jugendarbeit tätig. Teenkreis, Jugendkreis, Jungeschar, Kindergottesdienst, Freizeiten, Jugendgottesdienste, etc… daher mache ich ja mit Mathe/Informatik auf Lehramt sogesehn auch ein Hobby von mir zum Beruf
Hmm, ich denke mal in 2 Jahren schaffst du es noch nicht, um nur von den Blogeinnahmen zu leben. Zusätzlich würde ich noch 1-2 Webseiten aufziehen. Um ein 2 Standbein zu haben. “Reiseseiten” sind da sicher nicht schlecht. Da die immer wieder gerne angeklickt werden
Und dazu noch die richtige Optimierung.
Mit 14-16 Stunden hast du sicher absolut Recht.
Echt interessant irgendwie….
Ich denke, möglich is das ohne weiteres. Zumindest um sich ein “normales” Einkommen zusammenzuschreiben. Ob es die Größenordnung von den dir erwähnten Personen annehmen kann … weiss nicht, da muss man dann wohl doch in englisch bloggen.
Und ich stelle mir das auch nicht so einfach vor. Ist denke ich mal auch recht stressig und kein Zuckerschlecken. Wie du schon erwähntest, halt eine Selbständigkeit.
Jein, es ist auf der einen Seite ist es schön wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann, was das bloggen betrifft, aber wenn es dann um das nackte überleben geht, könnte es schon schwieriger werden, weil man ja nicht mehr “just for fun” etwas macht sondern es muss…
@Ecki. Ich denke da brauchst Du nicht lange überlegen. Dein Blog ist doch bereits etabliert. An deinen Themen würdest Du auch nichts großartig ändern müssen.
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Ich würde an deiner Stelle weiter machen wie bisher, eben nur die Postingfrequenz erhöhen. Du bist mit dem Blog im neunten Monat und gehörst bereits zu den Top-Einhundert Blogs in Deutschland. Der Pagerank ist durchaus vorzeigbar und im Alexa-Ranking kletterst Du auch stetig. Das sind Faktoren die dich für Werbepartner sehr interessant machen
@mr.gene: Der Content ist natürlich entscheidend, da gebe ich dir Recht
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@Crazy Girl: Ganz klar gibt es auch da Risiken, die nicht unterschätzt werden wollen. Im Internet ist ein maßgeblicher Faktor immer Google, im Reallife könnte es der Konkurrent sein, der im Nachbarort einen neuen Laden eröffnet
. Die Risiken sind aber deutlich überschaubarer. Wenn man offline eine Existenz gründet ist das meist mit einem entsprechend hohen finanziellen Invest verbunden. Das hat man online nicht.
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Den Schritt machen werde ich wohl nicht, das lag auch nicht in meinem Sinn. Vielmehr wollte ich in diesem Beitrag aufzeigen ob es denn möglich und wie es vielleicht umsetzbar wäre.
Klar bin ich ein klein wenig blauäugig. Ich sehe ein Glas auch immer als halbvoll an und nicht halbleer
@Timo: Wenn das wirklich so ist, wirst Du ganz bestimmt selten mit Frust zur Arbeit gehen
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@Nila: Webseiten sind so eine Sache. Ich habe schon einige aufgebaut und war froh, wenn ich nach einem Jahr auf tägliche 50 Besucher gekommen bin. Hier ist ein Blog haushoch überlegen. Er vernetzt sich quasi von selbst über Pings und Trackbacks. Vielleicht wären weitere Nischenblogs von Vorteil, aber auch da fällt der Faktor Zeit wieder ins Gewicht
@Rio: Um die Größenordnung eine Shoemakers ging es mir auch gar nicht. Die genannten Jungs sind die Spitze der Pyramide. Ich wollte damit nur darauf Hinweisen, daß es die klassische Streuung gibt. In der Mitte der Pyramide hast Du eine breite Masse, die ein gewöhnliches Einkommen erwirtschaftet und am Boden die 99 Dollar Blogger
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@Grimmi: Hobby und Beruf vereinen, das klingt doch schön
. Wenn es um das nackte Überleben geht, hat man von vorneherein schon falsch gestartet. Daher erst ausreichend Winterspeck ansetzten
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Im schlimmsten Fall muss man eben wieder ein Arbeitnehmerverhältnis eingehen.
Andreas, das Problem was ich jetzt sehe ist jetzt die Werbung. Wenn ich jetzt damit anfange Werbung einzubauen, dann findet das bestimmt nicht jeder mehr toll. Und mein Theme geht dafür auch nicht. Denn ich bräuchte auf jeden Fall zwei Sidebars.
@Ecki: Klar findet mancher Stammleser Werbung nicht so toll, wenn das Blog bisher ohne war. Aber die meisten werden wohl Verständnis dafür aufbringen, wenn sie wissen, daß Du dir etwas eigenes aufbauen möchtest.
. An der Werbung in der Sidebar werden sie sich bestimmt nicht stören.
Werbebanner im Content kannst man ja für die Stammleser ausblenden, so wie ich hier. Dann bleibt der Lesegenuß ungetrübt
Eine zweite Sidebar würdest Du schon brauchen. Da müsste wohl ein anderes Theme her.