Ein undankbares Volk

Seit dem 09.04 gibt es im iTunes Store die Navigations-App “Navigon select Telekom Edition” (iTunes Link) für Telekom Deutschland Kunden kostenlos zum Download. Das App habe ich mir natürlich auch gleich auf dem iPhone installiert.

Einige Male habe ich es schon, auf dem Weg zur Arbeit oder Freunden, zum Test laufen lassen. Das Programm verrichtet zuverlässig seinen Dienst und bringt alles mit, was eine Navigationssoftware braucht. Im Gegensatz zur Kaufversion fehlen dieser kostenlosen Version ein paar Dinge, wie 3D Navigation und andere verzichtbare Optionen, welche die Funktion – das Navigieren von A nach B – in keinster Weise einschränkt.

Gestern war nich mal wieder im App Store unterwegs und da fiel mir auf, dass die kostenlose Navigon select Telekom Edition nur 3 Bewertungssterne hat. Das hat mich doch sehr gewundert, da ich mit dem Programm keinerlei Probleme habe. Also habe ich mir einige der Bewertungen durchgelesen. Ich kann einfach nur den Kopf darüber schütteln, was manche dort von sich geben. Es wird bemängelt, dass die Version abgespeckt ist, man keine anderen Stimmen auswählen kann und der Download zu groß sei. Ein anderer schrieb, das seine Navigationssoftware XY mehr kann und die hat nicht einmal 100 Euro gekostet. Er vergass dabei wohl, dasss er für die Telekom Edition nichts hat zahlen müssen.

Mir scheint, die gute alte Redewendung “Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul” hat heute keine Bedeutung mehr. Da wird gemotzt, gemeckert und schlecht bewertet – alles völlig ohne Verstand. Einfach nur Danke sagen können heute nur noch die wenigsten. Es ist ja um so vieles leichter, etwas schlecht zu reden.

Solche Menschen kann ich nicht verstehen. Wenn sie schon dem Gaul ins Maul schauen, sollen sie ihres anschließend einfach halten.

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7 Kommentare
  1. Sascha says:

    Dieses Verhalten findest du leider inzwischen überall, wo es etwas umsonst gibt.

    Die Qualität eines auf diese Weise angebotenen Produkts sollte natürlich schon in Ordnung sein – hierauf wird das jeweilige Unternehmen aber schon im eigenen Interesse zumeist achten, schließlich mag ja niemand ein negatives Image mit einer solchen Aktion aufbauen.

    Dass solche Dinge dann zumeist “abgespeckt” sind, ist ja wohl mehr als verständlich, schließlich muss man sich bewusst sein, dass die Unternehmen solche Sachen nicht aus reiner Freude verschenken, sondern um die Verbreitung voranzutreiben, ins Gespräch zu kommen oder um Käufer für die “vollwertigen” Versionen zu ködern.

    Wie du schon sagst, kann man aber auch mit den abgespeckten Varianten meist gut arbeiten, sofern man mit den Grundfunktionen auskommt.

    Leider scheint das noch nicht bis ins Hirn jedes Nutzers solcher Versionen vorgedrungen zu sein. Da wird dann gemeckert und gepoltert, dass man sich nur noch an den Kopf fassen kann.

    Dies ist übrigens ausnahmsweise kein rein deutsches Problem (könnte man beim Meckern ja denken), auch in anderen Ländern sieht man bei ähnlichen Angeboten immer wieder solche Kommentare – scheint also ein allgemeines Problem zu sein.

    Langfristig gesehen kann man sich da schon Sorgen machen; denn wenn die Unternehmen als Reaktion auf solche Aktionen immer nur negative Reaktionen bekommen und darunter irgendwann ihr Image leiden sehen, ist es gut möglich, dass solche Aktionen irgendwann “aussterben”…

  2. Andreas says:

    @Sascha: Diese Entwicklung ist geradezu erschreckend.

    Natürlich darf die Qualität des Produkts nicht schlecht sein, was bei dieser App gar nicht in Frage zu stellen ist. Es funktioniert sehr gut und bietet alles was man braucht.
    Warum die User dabei gleich eine Ultra-AllesDrin-Version erwarten ist mir schleierhaft. Wie Du schon sagtest, kann ein Unternehmen ein Produkt nicht einfach nur verschenken. Wenn es einige zusäzliche Erweiterungen gibt, die ich mir dazu kaufen kann, so ist das für mich legitim. Das ist längst kein Grund etwas schlecht zu reden.

    Schade wäre es allerdings, wenn Unternehmen ihre Lightversionen einstellen würden, nur weil es solche Holzköpfe gibt, die das “Geschenk” mies machen.

  3. Mac_BetH says:

    hallo Andreas,

    davon hat mir ein Arbeitskollege erzählt und auch er meinte, dass er sowohl positive als auch negative Meinung, die seiner Meinung auch nicht wirklich aussagekräftig waren. Aber ja ein einfaches Danke hätte gereicht! Und Vieles wird in unserer heutigen Gesellschaft ledier als absolut selbstverständlich hingenommen!

    Gruß
    Matthias

  4. Andreas says:

    @Mac_BetH: Ja, traurig aber wahr. Zu vieles wird einfach als selbstverständlich hingenommen :-( .

  5. Vielleicht hat diese gnadenlose Maulerei auch damit zu tun, dass man sich im Internet ja doch weitgehend anonym bewegt. Da nimmt man kein Blatt vor den Mund. Und wenn es noch so bescheuert ist, was man da loslässt. Undank ist der Welten Lohn. Das stand schon in der Bibel (2. Korinther 12,11-18)

  6. Pingback: Dirk Moeller
  7. Andreas says:

    @Horst: Die Anonymität ist da ganz bestimmt förderlich, da hast Du vollkommen Recht.
    Als “Rambo0815″ kann man unverhohlen auf den Putz hauen. Wäre der eigene Name Pflicht, würde das wahrscheinlich bei 90% der “Undankbaren” anders aussehen.

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